Hallo Werner! Dennach den 18.01.10 Dank fŸr Dein Fax vom 6.1.10. Ich glaube ich muss mal wieder etwas von mir hšren lassen sonst bist Du mir wieder bšse. Die Zeit vergeht im Sauseschritt und sie scheint auf die alten Tage immer schneller zu rasen. In vielerlei Hinsicht komme ich nicht mehr so richtig mit. Da ist einerseits die Kšrperliche Behinderung, man fŸhlt zwar noch wie es gehen mŸsste und auch frŸher ging, aber es geht eben nicht mehr. Zum Bsp. Steigen; ob auf Leiter oder Treppe, geschweige denn auf einen Baum, Felsen oder Berg. Mit aller MŸhe noch bis ins Auto, aber das Fahren macht mir wegen des vielen Verkehrs keinen Spass mehr. FrŸher fuhren meistens nur solche die etwas davon verstanden, heute fŠhrt jedes untalentierte, unverantwortliche Geschšpf und die sind scheinbar in der Mehrzahl. Unter Autofahren verstehen die Meisten heute Kampf. Das ist der "Way of Life" wie wir ihn scheinbar von den Amis geerbt haben. Andererseits ist da der geistige Zustand, wenn man sich selber nicht mehr so richtig trauen kann. Manchmal komme ich mir mit meinen fast 80 vor wie von Vorgestern, und frage mich wie dann erst einem 120JŠhrigen zumute sein mŸsste. Vor Allem werde ich aber noch gebraucht um Dorli auch die Anstrengungen zu erleichtern und sie zu den Therapien zu kutschieren, frŸher konnte sie noch mit dem Bus fahren, jetzt kann sie nicht mehr Einsteigen. Aber wie Sie frŸher allein den Garten beackert und gepflegt und "wie" wir dazu noch nebenbei das Haus praktisch ganz neu umgebaut haben, ist uns heute schon ein RŠtsel. Und die Angst vor dem Altersheim haben wir, wie Du auch. Ich kann also gut verstehen dass Du Dich immer mehr mit dem Glauben befasst. Die Menschheit kommt scheinbar ohne Religion nicht zurecht. Das grosse †bel dabei ist nur dass es dabei immer ausschliesslich nur um die Macht und Ÿber immer mehr Menschen und LebensrŠume geht. Wie im Kommunismus, das war ja eigentlich auch so ein Glaubensbekenntnis. Denn wer keine Macht hat, kann auch seinen Glauben nicht vertreten und verbreiten. Weil die Menschen aber gerade in den armen LŠndern hecken wie die Karnickel, wird der Kampf ums Dasein immer schwieriger und wenn dann noch so eine Katastrophe wie in Haiti dazu kommt, dann zeigt sich erst wie wenig das Leben, ob mit oder ohne Religion, Ÿberhaupt Wert ist. Das PŠckchen mit dem Farbband habe ich heute am 18.1. - wie versprochen - weggeschickt, da sieht man erst was die Grosskonzerne ausmacht, - 8,60 Euro - das nŠchste mal warte ich wieder damit bis wieder jemand zu Euch fŠhrt, da ist die EU eben doch noch lange nicht soweit einig damit es vernŸnftige Preise gŠbe. Ab Weihnachten hatten wir einen ganz herrlichen Schnee bei minus 5-8¡ Grad, da habe ich`s nicht ausgehalten und musste auf die Schier. Langlaufen geht ja noch mit Ach und Krach, aber sobald es ein wenig bergab geht, bin ich wie ein AnfŠnger. Keine Standfestigkeit, die Beine wollen nicht mehr, ich taumele herum wie besoffen und das schlimmste ist das Hinfallen, wenn man dann nicht mehr aufstehen kann. Wenn ich eine Runde auf der Wiese bis zum Waldrand gedreht habe, tun mir die Schultern (Arthrose und Rheuma) so weh, dass ich`s mir jedes mal Ÿberlege. Solange ich in Bewegung bin geht`s ja noch, erst in der Nacht kommt dann die Strafe. Aber wenn`s dann nach der nŠchtlichen Qual um`s Aufstehen geht, ist es jedes mal wie eine Wunder dass man Ÿberhaupt noch lebt und auf die Beine kommt. Solange man Jung ist, will man das Altern ja nicht wahrhaben und ich meine fast, dass nicht einmal die €rzte richtig ermessen kšnnen, was das Leben auf die alten Tage fŸr eine MŸhe sein kann. Da bekam ich vor Weihnachten auch noch eine Hiobsbotschaft aus der Eifel. Ein Lieber Freund, noch aus meiner Marienberger Zeit, hatte noch Tage vorher gerade seinen 80igsten gefeiert, kam nach Hause vom Radfahren und bekam plštzlich Atemnot. Der Arzt Ÿberwies ihn ins Krankenhaus und von dort kam er in die Lungenklinik nach Bonn. Dort sagte man ihm nach 3 Tagen das er nach Hause kšnnte, er Habe noch hšchstens 3 Wochen zu Leben. Eine HŠlfte ist weg, Lungenkrebs; hat nie geraucht und er hŠtte vorher auch nichts davon gespŸrt, wie er mir noch am Telefon ganz zuversichtlich erklŠrte. Am 6.1. kam dann die Todesanzeige. Es trifft einen immer schwerer wenn die alten Freunde so nach und nach plštzlich weg sind. Eigentlich wollte ich Dich nicht mit solchen Gedanken belasten, hoffentlich wird auch alles bald wieder besser, vielleicht wenn das FrŸhjahr kommt. Zur Zeit haben wir wieder Regen und Tauwetter, aber der nŠchste Frost kommt ganz bestimmt noch, nur schade das die WitterungsumschwŸnge meistens nicht so gut fŸr das Kšrperliche Wohlbefinden sind. Gerade das wŸnschen wir Deiner Lida und Dir von ganzem Herzen Dorli und Rudi Ps: heute kam die kurze Nachricht von Lida dass Du schon seit dem 12.1 im Krankenhaus bist und dass Du viel Trinken musst.???