Fenster Ein Fenster genügt Ein Fenster zum Sehen Ein Fenster zum Hören Ein Fenster das einem Brunnenring gleicht der die Erde in der Endlichkeit ihres Herzens erreicht sich öffnet zur Weite dieser wiederkehrenden blauen Güte ein Fenster, das meine kleinen Hände mit Einsamkeit füllt mit nächtlichem Wohlwollen und dem Duft wundersamer Sterne und dadurch kann man die Sonne herbeirufen zur Entfremdung der Geranien. Ein Fenster wird mir genügen. Ich komme aus der Heimat der Puppen unter den Schatten der Papierbäume im Garten eines Bilderbuchs aus den Trockenzeiten kraftloser Erfahrungen in Freundschaft und Liebe in den erdbedeckten Gassen der Unschuld aus den Jahren des Wachsens blasser Buchstaben hinter den Schreibtischen der tuberkulösen Schule aus der Minute, in der Kinder „Stein” auf die Tafel schreiben konnten und die rasenden Stare vom alten Baum wegflogen. Ich komme aus der Mitte fleischfressender Pflanzenwurzeln und mein Gehirn ist immer noch überflutet vom markerschütternden Schrei des Schmetterlings der mit Nadeln auf ein Notizbuch gekreuzigt wurde. Als mein Vertrauen am zerbrechlichen Faden der Gerechtigkeit hing und in der ganzen Stadt zerhackten sie die Laternen meines Herzens als sie mir die Augen verbanden mit dem dunklen Tuch des Gesetzes und Blutfontänen spritzten aus meinen ängstlichen Tempeln der Begierde als mein Leben zu nichts geworden war, zu nichts als das Ticken einer Uhr, entdeckte ich dass ich lieben muss, muss, lieben muss, über die Grenzen der Vernunft hinaus. Ein Fenster reicht mir ein Fenster zum Moment der Erkenntnis der Beobachtung und der Stille. Jetzt ist der junge Walnussbaum so hoch gewachsen, dass er die Mauer mit seinen jugendlichen Blättern spüren kann. Frage den Spiegel nach dem Namen des Erlösers. Ist die zitternde Erde unter deinen Füßen nicht einsamer als du? Die Propheten brachten die Mission der Zerstörung in unser Jahrhundert. Sind diese wiederkehrenden Explosionen und giftigen Wolken nicht der Nachhall der heiligen Verse? Du, Genosse, Bruder, Vertrauter, wenn du den Mond erreichst, schreibe nieder die Geschichte der Massaker an den Blumen. Träume stürzen immer aus ihrer unschuldigen Höhe hinab und sterben. Ich rieche den vierblättrigen Klee, der auf dem Grab uralter Deutungen gewachsen ist. War diese Frau begraben unter dem Tuch der Vorfreude und Unschuld, nicht: meine Jugend? Werde ich die Stufen der Neugier hinaufsteigen, um den guten Gott zu begrüßen, der auf dem Dach spazieren geht? Ich spüre, dass „die Zeit“ vergangen ist Ich spüre, dass „der Moment” mein Anteil auf den Seiten der Geschichte ist. Ich spüre, dass „der Schreibtisch” eine vorgetäuschte Distanz ist zwischen meinen Locken und den Händen dieses traurigen Fremden. Sprich mit mir. Was sonst könnte die, die dir die Freundlichkeit ihres lebendigen Fleisches anbietet, von dir wollen als Verständnis und das Gefühl zu exisitieren. Sprich mit mir. Ich bin im Schutz des Fensters. Ich habe eine Beziehung zur Sonne. -- Forough Farrokhzad